Wolfgangsee mit Salzkammergut-Blick.

© Bild: HGV PRAXIS/Axel Schimmel

Strategische Arbeit als Erfolgsfaktor der Gewinner.

© Graphik: ÖHV

Berge und Seen immer beliebter

19.05.2017 - Die jüngste ÖHV-Destinationsstudie zeigt unmissverständlich, dass Urlaub im Alpenraum an Attraktivität gewinnt. Regionen mit Bergen und Seen legen deutlich zu, aber auch Städtedestinationen strotzen vor Robustheit.

 

„Mit der 18. Destinationsstudie gehen wir wieder einen Schritt weiter. Die Analyse ist noch aktueller und noch differenzierter“, freut sich Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), über die neuste Ausgabe der Studie. Das erprobte Bewertungsmodell wurde gemeinsam mit Vertretern von Landestourismusorganisationen und Destinationsmanagern entwickelt. Es basiert auf der Beherbergungsstatistik der Statistik Austria. „Wir legen den Fokus ganz bewusst auf die längerfristige Entwicklung. Denn einzelne Snapshots sagen nur wenig über die echte Performance einer Destination aus“, verweist Mag. Klaus Grabler, Geschäftsführer von MANOVA, auf das Berechnungsmodell. Für die Analyse werden die Tourismusjahre 2013/14 bis 2015/16 gewichtet herangezogen, und zwar jeweils der Status Quo als auch die Veränderung.

„Die Destinationsstudie 2017 lässt noch besser nachvollziehen, wie sich die Destinationen in den unterschiedlichen Kategorien entwickelt haben. Mit fünf zusätzlichen Einzelkarten zur gewohnten Gesamtbewertung kann jeder Performance-Indikator auf einen Blick erfasst werden. Das bietet einen besseren Überblick und eine schnelle Vergleichbarkeit“, streicht Gratzer die Neuerungen hervor. Bewertet und abgebildet werden Nächtigungen, Auslastung, Marktanteil, Internationalität und Saisonalität.

„Bergurlaub ist wieder in Mode und die heimischen Seen sind stark im Kommen“, fasst Grabler die Ergebnisse der aktuellen ÖHV-Destinationsstudie zusammen. Während die Seen in den letzten Jahren tendenziell Einbußen verzeichnet haben und Städte die großen Gewinner waren, drehte sich 2016, speziell im Sommer, das Bild. Gleichzeitig zogen auch die Wachstumsraten bei den Bergen an: „Die Berge konnten vor allem im Sommer stark bei Gästen punkten, während die Seen tendenziell im Winter ein stärkeres Wachstum aufweisen“, führt Grabler weiter aus. Neben der zum Teil begünstigenden geopolitischen Lage erklärt Gratzer die Entwicklung mit den Bemühungen der Destinationen und Hoteliers um Saisonverlängerung: „Die Trends des letzten Jahres unterstreichen das Potential der Saisonausweitung. Mit innovativen Konzepten kann man auch abseits gewohnter touristischer Pfade punkten“, hebt Gratzer hervor. Trotz der Berg- und Seen-Renaissance performen Städte noch immer gut und weisen im Sommer wie auch im Winter solide Wachstumsraten auf. Österreichs Top fünf Destinationen sind: Wien, Innsbruck, Saalfelden-Leogang, Zell am See-Kaprun, und die Region Wilder Kaiser.

Trotz aller unterschiedlichen Voraussetzungen, Spezialisierungen und Angeboten lässt sich erfolgreiche Destinationsarbeit und -entwicklung auf einen gemeinsamen Nenner herunterbrechen: strategische, auf Daten und Benchmarks basierte Arbeit. Das bestätigt Hans Adelsberger, Obmann des TVB Wilder Kaiser und skizziert die Entwicklung der letzten Jahre: „Der Erfolg hat natürlich viele Mütter und Väter: Wir haben eine ausgezeichnete Infrastruktur, wir sind in beiden Saisonen wetterunabhängig aufgestellt. Wir konnten die Bekanntheit der Fernsehserie ‚Der Bergdoktor‘, die bei uns gedreht wird, weiter kapitalisieren. Genauso wichtig ist die enge Zusammenarbeit im Verband, mit den Mitgliedern, die Unterstützung in Vertrieb und Digitalisierung. Das ermöglicht uns, den Marketing- und Produktfokus gezielt auf Saisonzeiten mit geringerer Auslastung zu legen.“ Ohne konsequentes Controlling und ständiges Optimieren wäre das nicht möglich, ist Adelsberger überzeugt. Dass sich dieser strategische Ansatz bezahlt macht, zeigt die Entwicklung des Wilden Kaiser in den vergangenen Jahren: Während die Destination 2013/14 noch auf Rang 22 im Ranking der Studie lag, schaffte sie eine kontinuierliche Entwicklung nach oben und liegen mittlerweile unter den Top 5.

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