In Bad Goisern werden große Pläne für ein neues Kurhotel gewälzt. Als Projektbetreiber konnte die Kufsteiner Künig-Gruppe gewonnen werden. Entstehen soll das Hotel auf dem Platz des alten Kurbetriebes. Bild: Gemeinde

Bad Goisern bekommt neues Kurhotel
22.12.2011
Die Kommune des Kurorts im inneren Salzkammergut präsentierte ausgereifte Pläne für den Neubau eines Kurhotels. Damit könnte am Ende einer unendlich anmutenden Geschichte ein versöhnlicher Abschluss stehen.

In geschlossener Eintracht traten Bürgermeister Peter Ellmer (SP) und sein Stellvertreter Günther Siegl (VP) an die Öffentlichkeit, um ein (endlich) gediehenes Projekt zu präsentieren. Demnach soll die Kommune, die sich dank ihrer Jodschwefelquelle seit den 50er Jahren Bad Goisern nennen darf, nun ein nagelneues Kurhotel bekommen. Als Projektbetreiber konnte die Kufsteiner Künig-Gruppe gewonnen werden, die bereits im Kur- und Gesundheitstourismus eine feste Größe darstellt.

Das Tiroler Unternehmen betreibt bislang elf Kurzentren quer durch das österreichische Bundesgebiet und im benachbarten Deutschland. Erst im Sommer dieses Jahres nahm Künig in Umhausen im Ötztal ein neues Kurhotel in Betrieb, das hoch über dem Ort angesiedelt ist und durch eine moderne Architektur einen neuen Trend im Kurgeschäft setzt.

Damit könnte nun die Geschichte des alten Kurhotels in Goisern nach ewigem Hin und Her zu einem versöhnlichen Abschluss gebracht werden. Das alte Objekt ist bereits seit vier Jahren geschlossen. In einem finanziellen Kraftakt und mit einer tüchtigen Finanzspritze des Landes Oberösterreich sah sich die Gemeinde imstande, die Liegenschaft zu erwerben.

Die Verhandlungen mit der Kufsteiner Künig-Gruppe dürften weit gediehen sein, wird doch Bürgermeister Ellmer in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ mit den Worten zitiert: „Die Firma Kuenig hat bis jetzt alle Vereinbarungen genau eingehalten und viel Energie in dieses Vorhaben gesteckt. Wenn wir uns nicht sicher wären, würden wir die Pläne heute nicht der Öffentlichkeit präsentieren.“

Geplant ist ein neues Hotel mit einer Kapazität von 200 Betten, das in weiterer Folge auf 350 Betten ausgebaut werden könnte. Verträge mit Krankenkassen wurden bereits ausverhandelt. Die Gemeinde ist mit einem weiteren Asset in Vorleistung getreten. Als Heilmittel wird wieder die Quelle des alten Jod-Schwefelbades benutzt, deren Wasser zur Sicherheit noch einmal analysiert wurde. Mit dem Ergebnis ist Bad Goiserns Bürgermeister hoch zufrieden: „Es handelt sich um fluoridhaltiges Schwefelwasser mit hohen Jodanteilen“, so Ellmer. „Damit können nicht nur Hautkrankheiten, sondern auch andere Leiden wie Osteoporose behandelt werden.“

Ein Betrieb dieser Größenordnung würde das Tourismusergebnis der Kommune  kräftig puschen. Pro Jahr dürfen die Gemeindeväter mit bis zu 70.000 Nächtigungen zusätzlich rechnen. Bislang werden in Goisern pro Jahr 180.000 Nächtigungen erzielt. Mit dem neuen Prestigeprojekt wären auch 80 neue Arbeitsplätze verbunden. Geht alles glatt, könnte das neue Kurhotel 2014 seinen Betrieb aufnehmen.