Die Gewerkschaft vida fürchtet wegen der Sperrstundenverlängerung in Discos und Clubs Nachteile für Arbeitnehmer. Bild: aceline

Ausgleich für Arbeitnehmer
21.06.2011
Die geplante Ausdehnung der Sperrstunde in Wien von vier auf sechs Uhr morgens ruft die Gewerkschaft auf den Plan, die einen gerechten Ausgleich fordert.

„Gut für die Gäste, schlecht für die Beschäftigten“, meint Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida zu der Ausdehnung der Sperrstunde von vier auf sechs Uhr morgens für Diskotheken und Clubbinglounges in Wien. Diese Maßnahme dürfe keinesfalls zu Lasten der Beschäftigten gehen: „Mehrarbeit durch längere Öffnungszeiten macht einen Ausgleich notwendig, dieser stehe den Arbeitnehmern zu“, so Kaske.
„Eine Ausdehnung der Sperrstunde um zwei Stunden schafft erfahrungsgemäß keine neuen Arbeitsplätze, sondern zwingt eher die, die bereits in den Betrieben beschäftigt sind, mehr und länger zu arbeiten“, weiß Kaske. Doch es sei eine Illusion zu glauben, dass wenn zwei Stunden länger gearbeitet wird, auch mehr Lohn ausbezahlt wird, sei es in Form von Überstunden oder Zeitausgleich.
Schon jetzt wird von den Arbeitnehmern der Branche sehr viel Flexibilität gefordert, zu den schwierigen Arbeitsbedingungen kommt auch noch die schlechte Entlohnung: „Der Tourismus ist von der Lohn- und Gehaltsstruktur im unteren Drittel der Einkommen angesiedelt. All-Inklusive-Klauseln in den Arbeitsverträgen zwingen die Beschäftigten oft, zehn Stunden und mehr pro Tag zu arbeiten, ohne dafür einen zustehenden Ausgleich zu bekommen“, berichtet der Gewerkschafter.
Auch die Auszahlung des Nachtarbeitszuschlags sei schon jetzt problematisch: „Einerseits sollen die Öffnungszeiten verlängert werden, andererseits sind die Arbeitgeber größtenteils nicht bereit, den gebührenden Zuschlag auszuzahlen“, erklärt Kaske. Er verweist auf den Kollektivvertrag, der Mehr- und Überstunden wie auch Nachtarbeitszuschlag regelt. Dieser Ausgleich steht den Beschäftigten zu.