Die Familie Steigenberger hat ihre traditionsreiche Hotelgruppe verkauft. Neuer Eigentümer sei der ägyptische Tourismus-Konzern Travco, teilte das Unternehmen Ende August in Frankfurt mit. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Steigenberger-Gruppe hat rund 6 500 Mitarbeiter und betreibt derzeit 81 Hotels, darunter auch 31 Intercity Hotels. Die Hotels und Marken sollen unverändert fortgeführt werden, Entlassungen seien nicht geplant.
Die Familie sei zu der Überzeugung gekommen, dass die geplante internationale Expansion nur mit einem internationalen Partner möglich sei, sagte eine Sprecherin zu den Beweggründen. Zudem seien in der Wirtschaftskrise die Umsätze gesunken. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe einen Gesamtumsatz einschließlich Franchise-Betrieben von rund 500 Millionen Euro. Operativ wies der Konzern einen Gewinn von 11,9 Millionen Euro aus.
Der ägyptische Investor Travco betreibt bereits Hotels unter den Marken "Jaz", "Iberotel" und "Sol Y Mar". Die Steigenberger- und Intercity-Hotels würden das Angebot der Ägypter überschneidungsfrei ergänzen, hieß es in einer Mitteilung. Mit der Übernahme kämen zwei in ihrer Tradition familiengeprägte Unternehmen zusammen. Travco gehört dem Ägypter Hamed El Chiaty, der die Firma 1979 gründete. Zur Travco-Gruppe mit 18.000 Mitarbeitern und zuletzt 600 Millionen Euro Umsatz gehört auch die mit 22 Schiffen größte Flotte von Nilkreuzfahrtschiffen.
Die Steigenberger Hotels haben eine fast 80-jährige Tradition. 1930 hatte Albert Steigenberger das Gründungshotel in Baden-Baden, den Europäischen Hof, übernommen. Als 1985 Egon Steigenberger, der das Unternehmen in zweiter Generation führte, starb, wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Daran hielt die Steigenberger- Familie – Anne-Marie Steigenberger und ihre drei Töchter – zuletzt 99,6 Prozent der Anteile, die nun verkauft wurden.


