Robustes Wachstum im oberen Segment: Accor-Marke Mercure. Bild: Accor

Accor: Stärkeres Wachstum
21.07.2010
Nach empfindlichen Rückgängen 2009 verheißen die Halbjahreszahlen 2010 des französischen Hotelkonzerns wieder Zuversicht

Die Erholung der – krisenbedingt – verhagelten Bilanz 2009 von Accor deutete sich schon nach dem 1. Quartal 2010 mit einem Plus von 3,1 Prozent an. Nun legten die Franzosen die Halbjahreszahlen vor und das Wachstum fiel noch stärker aus. Auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr legte der Hotellerie-Umsatz um 5,1 Prozent auf 2,723 Milliarden Euro zu. Als beflügelnde Faktoren erwiesen sich vor allem das Up- und Midscale-Segment, unter dem die Marken Sofitel, Mercure oder Novotel subsumiert sind. Diese Bettenschiene wies ein Plus von 6,7 Prozent aus.

Die Economy-Sparte von Accor (Ibis, Etap) präsentiert sich differenzierter. Während dieses Segment weltweit, aber vor allem in Europa, um 5,5 Prozent zulegte, musste im Gegenzug auf dem US-Markt ein Minus von 3,9 Prozent hingenommen werden.

Ein Blick in die Ländermärkte zeigt, wo die Wachstumsmotoren liegen: Deutschland sticht mit einem Zuwachs von 11,9 Prozent heraus, wobei das zweite Quartal fast um sagenhafte 20 Prozent zulegte, was auf Messen zurückgeführt wird, die 2009 nicht stattgefunden haben. Auch der Heimmarkt Frankreich glänzt durch Stärke und brachte ein Plus von 6,8 Prozent. Moderat fiel der Zuwachs in Großbritannien mit 4,8 Prozent aus, was in etwa den gestiegenen durchschnittlichen Zimmerpreisen entspricht.

Während die Belegungsraten in allen Märkten zwischen 55 und 70 Prozent pendeln, unterscheiden sich die durchschnittlich erzielten Zimmerpreise zum Teil doch erheblich. Im Up- und Midscale-Segment liegt Frankreich mit 115 Euro deutlich an der Spitze, während Deutschland mit 88 Euro das Schlusslicht ist. In der Economy-Klasse liegen die Niederlande mit 76 Euro vorne, wobei der Durchschnittspreis in den USA bei lediglich 41 Dollar (32 Euro) liegt.

Die nicht zum Kerngeschäft zählenden sonstigen Aktivitäten von Accor (Lenotre, Holding, Sonstiges) gaben um 2,5 Prozent nach und erreichten 126 Millionen Euro Umsatz. Erstmals nicht ausgewiesen wurden die Zahlen von Accor Pre-Paid-Services (Ticketrestaurant), da diese zu einem eigenen Unternehmen umfirmiert wurden und nun unter dem Titel „Edenred“ laufen. Ebenfalls nicht enthalten sich die Zahlen des Bahncaterers Wagons Lits sowie der Lucien Barriere-Gruppe, die beide verkauft wurden.