Steht der französische Tourismus- und Bettenkonzern Accor vor der Aufspaltung? Diesen Schluss lassen Aussagen von Vorstandschef Gilles Pelisson sowie die Präsentation der Halbjahreszahlen 2009 zu. So erreichte das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Gruppenumsatz von 3,410 Milliarden Euro. Das ist ein Rückgang im Vergleichszeitraum des Vorjahres von 9,3 Prozent. Unterm Strich wies Accor in den ersten sechs Monaten einen Verlust in Höhe von 150 Millionen Euro aus. Dieser wird auf die schwierigen Marktbedingungen zurückgeführt. Der Konzern bekomme die Wirtschaftskrise voll zu spüren, heißt es in einer Verlautbarung.
Die Franzosen prüfen nun eine Aufspaltung in zwei Teile. Unternehmenschef Gilles Pelisson solle herausfinden, ob es sinnvoll sei, das Hotel- und das Dienstleistungsgeschäft getrennt voneinander zu führen, teilte Accor Ende August in Paris mit. Besonders betroffen zeigt sich das Stammgeschäft, die Hotellerie. Alleine die Häuser der Luxus- und Mittelklasse haben mit einem Umsatzrückgang von knapp zwölf Prozent zu kämpfen. In den USA wiederum ist die Economy-Marke „Motel 6“ erneut unter die Räder gekommen und leidet bereits das zweite Jahr unter starken Rückgängen.
Dem gegenüber steht die Dienstleistungssparte von Accor, in der vor allem Prepaid-Services gebündelt sind. Der Umsatz stieg in diesem Segment um 5,7 Prozent. Aber auch hier ist eine Abkühlung bemerkbar. Die steigende Arbeitslosigkeit wirke sich bei den Corporate-Kunden aus, indem die Zinserträge deutlich nach unten gedrückt werden.
Dem hält die Konzernleitung ein striktes Sparprogramm entgegen. Im ersten Halbjahr wurden die Overhead-Kosten um 37 Millionen Euro gesenkt. Bis Jahresende sind in diesem Bereich Einsparung von 80 Millionen Euro geplant. Dessen ungeachtet hält das Unternehmen an seinem Ziel fest, dieses Jahr 30.000 Zimmer neu zu eröffnen. Mehr als drei Viertel dieser neuen Kapazitäten werden in wenig kapitalintensiven Betreiberformen wie Management, Franchise sowie variable Pachtzahlungen, geschaffen.


