Der französische Hotelkonzern Accor, Nummer eins in Europa und auch Marktführer in Deutschland, will in diesem Jahr rund 1 500 neue Hotelzimmer in Betrieb nehmen. „Wir haben vor, nicht nur 2010, sondern auch in den Folgejahren praktisch jeden Monat ein neues Hotel in Deutschland zu eröffnen“, sagte Vorstandschef Gilles Pélisson.
Unter den neuen Häusern sind auch Hotels der preiswerten Marken Etap und Ibis sowie weitere der im Drei- und Viersterne-Marken Mercure und Novotel. Neben Großstädten wie Berlin, Frankfurt und München tritt Accor auch an Standorten wie Bad Reichenhall, Rüsselsheim oder Konstanz an. Der Konzern investiert 120 Mio. Euro in den deutschen Markt. Im vergangenen Jahr setzte er weltweit rund 7 Mrd. Euro um - acht Prozent weniger als im Vorjahr.
Accor versucht aber verstärkt, die Kapitalbindung zu verringern. Vor allem im Economy-Bereich umwirbt der Konzern deutsche Privathoteliers, um seine Marken über Franchise-Modelle zu verbreiten. „Nur acht Prozent der Hotels in dieser Klasse gehören in Deutschland zur Markenhotellerie mit noch nicht 300 Hotels. Das ist ganz anders als im benachbarten Ausland“, sagte Peter Verhoeven, Accor-Deutschland-Chef. Den mittelständischen Hotelbetreibern könne der Konzern die Effizienz und das Know-how der international operierenden Kette bieten, ergänzte Pélisson. Die geringe Marktdurchdringung erkläre auch, weshalb viele ausländische Hotelunternehmen nach Deutschland strebten. Neben den eingeführten Hotelmarken hat Accor nach und nach zusätzliche Produkte wie etwa das auch schon in Deutschland angebotene All Seasons auf den Markt gebracht. Unter den neuen Namen sollen dann vor allem Hotelbetriebe geführt werden, die nicht ins klassische Markenschema des Konzerns passen, aber vergleichbare Qualitätsstandards aufweisen. Dazu zählen auch die unter dem Namen Pullman geführten Häuser – in Deutschland etwa das ehemalige Dorint-Hotel Schweizerhof in Berlin.


