Die Fastfood-Branche wird immer stärker von der Aufhebung fester Essenszeiten der Konsumenten profitieren und muss seine Produkte verbessern. Bild: ode.nl

2012: Internationale Fastfood-Trends
09.01.2012
Was bringt das Jahr 2012 für die Foodservice-Branche? Das US-Fachblatt Nation's Restaurant News hat amerikanische Experten zu ihren Prognosen für die kommenden zwölf Monate befragt.

„Die Wirtschaft wird sich nicht so schnell erholen“, sagt Hudson Riehle, Senior Vice President Research des Branchenverbands National Restaurant Association, voraus. „Aber die ökonomische Situation dürfte weiterhin besser sein als in den Jahren 2008 bis 2010.“ Das behutsame Wachstum auf dem Arbeitsmarkt dürfte das Vertrauen und die Konsumlust der Bürger stärken und sie ermutigen, wieder öfter auszugehen, glaubt der Marktforscher.

Beraterin Nancy Kruse, Präsidentin The Kruse Company, geht davon aus, dass die drei '-zations' in diesem Jahr eine zunehmend wichtige Rolle spielen werden: 'Premiumization' – „mittlerweile eine grundlegende Erwartung der Konsumenten. Heißt: hochwertige und veredelte Produkte zu moderaten Preisen, wie zum Beispiel TGI Friday's neue Hummer-Vorspeisen oder Arby's Angus Beef Sandwiches.“ Dann: 'Customization' - der 'So-wie-ich-es-mag'-Anspruch, den Konzepte wie Chipotles Asia-Konzept ShopHouse oder die Pie Five Pizza Company auf moderne Art umsetzen. Schließlich 'Miniaturization', sprich: die wachsende Nachfrage nach kleinen Portionen, Snacks und Tellern, die von größerer Preissensibilität und der Lust auf Vielfalt und Teilen sowie einem größeren Gesundheitsbewusstsein befeuert wird.  „Darüber hinaus werden mehr und mehr Ketten frische und lokal erzeugte Zutaten in den Vordergrund ihres Angebotes rücken, wie es McDonald's mit seinen neuen Spots rund um Farmer und Bauern bereits tut. Ähnliche Tendenzen sind bei den Systemen Culver's, Wendy's und Domino's zu beobachten“, erwartet die Expertin. „Außerdem verzeichnen wir eine weitere Auflösung des traditionellen Essenszeiten: Zwischendurch-Mahlzeiten wie das 'Linner' zwischen Lunch und Dinner erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil sich die konventionellen 9-bis-17-Uhr-Arbeitszeiten immer mehr auflösen und die Millennium-Generation einen 24/7-Lifestyle pflegt.“

Darren Tristano, Executive Vice President des Marktforschungsunternehmens Technomic, empfiehlt der Branche, „Vertrautes im neuen Gewand“ anzubieten, so ließen sich auch zurückhaltende Konsumenten zum Beispiel mit Wohlfühl-Gerichte mit einem Gourmet-Twist oder innovativen Sandwiches, Wraps, Pizza und Past verführen. „Die hohen Rohstoff- und Energiekosten werden außerdem zu rustikaleren, hausgemachten Angeboten mit einfacheren Zutaten führen: mit höherem Küchenaufwand, aber mehr Glaubwürdigkeit.“

Steve Calderia, Präsident und CEO der International Franchise Association, rechnet für die nächsten Monate mit steigender Beliebtheit des Vertriebs- und Expansionsmodells Franchising. Dabei bleibe der Zugang zu Kapital die größte Herausforderung sowohl für große als auch für kleine Systeme.