Die Wiesn wirft bereits (fragwürdige) Schatten voraus. Bild: tz/dpa

1850 Euro für Wiesn-Tisch
16.05.2011
Berliner Ticketagentur verhökert dubiose Tischreservierungen für das Münchner Oktoberfest. Die Wirte warnen vor Betrug.

Obwohl der offizielle Startschuss für den Vorverkauf erst im Juli beginne, bietet eine Berliner Ticketagentur bereits jetzt schon Reservierungen für das Münchner Oktoberfest an. Um satte 1850 Euro wird so zum Beispiel eine Tischreservierung angeboten. Obwohl laut den Geschäftsstatuten der Münchner Wiesnwirte ein Wiederverkauf verboten ist. Dennoch befinden sich derartige Angebote im Portfolio der Berliner Eventagentur „Tab Ticketbroker“. Allerdings will Geschäftsführer Florian Kosak nach Auskunft der „Süddeutschen Zeitung“ nicht sagen, woher diese Reservierungen stammten. „Geschäftsgeheimnis“ meint der Berliner Unternehmer. Der Sprecher der Münchner Wiesnwirte Toni Roiderer meinte demnach auch zu einem Reporter der „SZ“: „Leit, lasst’s des. Jeder kann beim Wirt direkt reservieren, und das auch noch erheblich günstiger.“

Dessen ungeachtet dürfte der jährliche Preisanstieg beim weltgrößten Volksfest auch heuer wieder einen Sprung nach vorne machen. So wurde beispielsweise vom Wien-Ausschuss deer Stadt München die Standgebühr für ein Bierzelt von 172.000 Euro auf 237.000 Euro erhöht. In Bezug auf den strengen Nichtraucherschutz bieten sämtliche Wiesnzelte künftige sogenannte Raucherterrassen an. Beispielgebend dafür war das Partyzelt Hippodrom (Wirt: Sepp Krätz), in dem so eine Terrasse bereits im letzten Jahr erfolgreich eingesetzt wurde. Diese Raucherbalkone dürfen allerdings nicht bestuhlt und bedient werden.  Alles in allem dürften sich diese Mehrkosten auch im Preis für die Maß Bier auswirken. Während 2010 der Preis dafür bei 8,50 bis 8,90 gelegen hat, wird damit gerechnet, dass heuer die 9-Euro-Schallmauer übertroffen werden dürfte. Das Münchner Tourismusamt gibt den offiziellen Maß-Preis Ende Mai bekannt.