Studie: „Was essen und trinken Österreicher, Schweizer und Deutsche, wenn sie unterwegs sind?“
Welche Produkte bevorzugen die Konsumenten, wo kaufen sie diese Produkte ein, sind diese Vorlieben an bestimmte Tageszeiten gebunden? Diesen Fragen widmet sich die Studie „Convenience in Europa“, die 2009 zum zweiten Mal vom Stiftungslehrstuhl für Convenience & Marketing an der European Business School in Oestrich-Winkel (D) durchgeführt wurde.
Die Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich. So lassen sich aus den Ergebnissen fünf verschiedene Konsumententypen ableiten, die im jeweiligen Tagesablauf in unterschiedlichen Situationen Essen und Getränke „on-the-go“ genießen.
An Arbeitstagen kann man so zwischen dem morgendlichen „FrühSchmecker“, dem mittäglichen „SiestEsser“ und dem abendlichen „SpätSchlemmer“ unterscheiden. In der Freizeit verschwimmen die Grenzen häufig, sagen die Studienautoren, definieren aber zwei herausragende Typen: die unkomplizierten „ZwEckermäuler“ und die genießerischen „TOurmets“, die auch unterwegs auf ein geselliges Umfeld beim Essen Wert legen.
Welche Bedeutung die Konsumenten den einzelnen Mahlzeiten beimessen, ist jedoch von Land zu Land verschieden. So haben Deutsche und Österreicher relativ ähnliche Präferenzen – hier findet man am häufigsten den SiestEsser, dicht gefolgt vom SpätSchlemmer. In der Schweiz führt der SiestEsser mit weitem Abstand vor dem Spätschlemmer. FrühSchmecker sind in Deutschland und in Österreich seltener, in der Schweiz muss man sie geradezu suchen. Nur 14 Prozent der Schweizer geben an, dass das Frühstück für sie die wichtigste Mahlzeit ist.
Morgens haben die Konsumenten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ganz unterschiedliche Vorlieben bei Getränken. Für Deutsche und auch Österreicher ist das Heißgetränk unersetzlich. Egal ob FrühSchmecker, SiestEsser oder SpätSchlemmer: Ohne ihren Morgenkaffee oder Tee starten mehr als die Hälfte der Befragten nur ungern in den Tag. In der Schweiz sieht es dagegen ganz anders aus: Zum Tagesbeginn stehen hier Energydrinks ganz besonders hoch im Kurs.
Doch auch beim Essen gibt es Unterschiede: Während in Deutschland morgens das belegte Brötchen ein unschlagbarer Klassiker ist, zum dem drei Viertel der sich unterwegs versorgenden Bundesbürger greifen, tun dies in Österreich und der Schweiz nicht einmal zwei Drittel der Konsumenten. Die Schweizer sind vitaminbewusst und greifen auch häufig zu Obst. Die Österreicher dagegen zeigen schon früh am Tag ihre Vorliebe für süße Leckereien.
Der von Lekkerland gestiftete Lehrstuhl an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel ist der weltweit erste Lehrstuhl für Convenience. Inhaberin ist die Marketingexpertin Prof. Dr. Sabine Möller, zu deren Hauptaufgaben die wissenschaftliche Erforschung von Entwicklungen und Trends im Bereich Convenience gehört. Das Competence Center for Convenience, das ebenfalls von Prof. Möller geleitet wird, fungiert als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis und ist Herausgeber der Studie.



