Auszeichnung, v. l.: LH-Stv. Hermann Schützenhöfer, Ulrike und Hermann Retter, Walburga Fröhlich (GF atempo-CEDOS), Georg Bliem (GF Steiermark Tourismus) und Stefanie Fleck (Teilnehmerin atempo-CEDOS). Bild: ST/gepa
2008 hat die Steiermark das Thema „Barrierefreiheit im Tourismus“ zum Anliegen gemacht. Unter diesem Aspekt werden nicht nur Unterkünfte analysiert, sondern im Speziellen auch Freizeitangebote auf ihre barrierefreie Tauglichkeit hin überprüft. Unter dem Begriff „Steiermark für alle“ sollen diese Anstrengungen zu einem unvergesslichen Urlaub beitragen. Damit das Ganze keine Alibi-Aktion ist, wird eine Selbstbeurteilung von vornherein vermieden, weshalb alle Betriebe von ausgebildeten Tourismusberatern unter die Lupe genommen werden.
Nun wurde der renommierte steirische Tourismusbetrieb, das Seminar-Hotel und Restaurant Retter mit dem Zertifikat für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit Allergien ausgezeichnet. Geschäftsführerin Ulrike Retter weiß, „es ist nicht damit getan, nur barrierefrei zu sein, sondern man muss es auch nach außen hin zeigen und eine offene Einstellung gegenüber diesen verschiedenen Zielgruppen zeigen“. Um sich noch besser auf die Gästegruppe einstellen zu können, plant Retter, sich und ihre Mitarbeiter über einen Sensibilisierungsworkshop zum Thema Behinderung fortbilden zu lassen.
Gäste mit Behinderung sind eine wichtige Zielgruppe. Das bestätigen nicht zuletzt auch viele Studien, die sich mit den Potenzialen eines Tourismus für alle auseinandersetzen. In Österreich sind 0,89 Millionen Menschen (mit Begleitpersonen 1,78 Millionen Menschen) im engeren Sinn Menschen mit besonderen Bedürfnissen. 37 % von ihnen haben mangels Angeboten schon auf eine Reise verzichtet und 48 % würden gerne häufiger verreisen, wenn es mehr entsprechende Angebote gäbe.


