„Öffnen Sie mit uns neue Denkkanäle“: HGV PRAXIS-Chefredakteur Harald Lanzerstorfer (vorne) in seiner Begrüßung zum 1. Österreichischen Symposium für Gemeinschaftsgastronomie. Im Hintergrund: HOTEL & GAST-Messeleiter Arne Petersen. Bild: HGV PRAXIS

1. GV-Symposium: Tolle Premiere
14.04.2011
Innovativ, Spannungs-geladen und mit einem Erlebnis-orientierten Höhenpunkt ging das 1. GV-Symposium von HGV PRAXIS auf der Wiener „HOTEL & GAST“ sehr erfolgreich über die Bühne.

Die Reed-Fachmesse „HOTEL & GAST“ im Wiener Messezentrum bildete am 12. April den Rahmen für das 1. Österreichische Symposium für Gemeinschaftsgastronomie. HGV PRAXIS-Chefredakteur Harald Lanzerstorfer stellte ein attraktives Themenspektrum zusammen, das er in seiner Begrüßung als „Öffnung neuer Denkkanäle“ verstanden wissen wollte.

Den Auftakt der Vorträge machte Dr. Thomas Peschta, der seine Dissertation zum Thema „Gästeloyalität und Kundenzufriedenheit in der Gemeinschaftsgastronomie“ verfasste. Eine der wichtigsten Kernaussagen Peschtas: „Nicht der Preis schafft Loyalität, sondern Zufriedenheit und Verbundenheit mit dem Gastgeber.“

Der Auftritt von Nina Kubena versprach den Einblick in ein Unternehmen und dessen Philosophie, die für die Branche als richtungsweisend angesehen werden kann. Kubena ist Geschäftsführerin der Betriebsgastronomie der „Erste Bank“ und trimmte die Mitarbeiterverpflegung der Bankengruppe in eine völlig neue Richtung. Nachhaltig steht stark im Fokus, die Rückverfolgbarkeit der Produkte, ein professionelles Kommunikationsverhalten zu den Kunden via Facebook, Internet und Intranet. Mit dieser (Wo-)Manpower versehen, eröffnete die Bank sogar kürzlich ihr erstes Restaurant, das öffentlich zugänglich ist.

Als ausgewiesener GV-Profi legte im Anschluss der Unternehmensberater Gerd Schmidt den Finger in die „Wunden“ der Gemeinschaftsgastronomie. Die immer öfter in Frage gestellte Bezuschussung von Betriebsrestaurants, mangelnde Kostendeckung und ebensolches Preisbewusstsein. Schmidt erörterte Wege zur Erhöhung der Wertschöpfung durch zeitgemäße Produktpolitik und moderne Food-Konzepte.

Das Who is Who des Außer-Haus-Marktes in Österreich nahm schließlich auf dem Diskussions-Podium Platz: Kulinarik-Coach Manfred Ronge, Berater Josef Meringer, AGÖ-Präsident Werner Pannagl und der Leiter der Messe in der Nationalbank Karl Seidl erörterten unter der fachkundigen Leitung von Chefredakteur Lanzerstorfer Sinn, Wert und Bedeutung von kulinarischen Gütesiegeln. Das Streitgespräch begeisterte nicht nur das Publikum, sondern prägte auch den Begriff des „Pickerlwahns“ mancher Betriebe.

Den dramaturgischen Höhepunkt bildete schlussendlich Ingo Taubert vom Kuratorium der Wiener Pensionsiten-Wohnhäuser, der mit seinem Konzept „Kochen gegen Anorexie“ den Beweis antrat, dass man über das Essen nicht nur Reden soll, sondern den kulinarischen Genuss auch erlebbar machen muss. Anorexie ist ein Kunstwort für Appetitlosigkeit, ein Zustand, in den oftmals sehr betagte Menschen verfallen. Tauberts Rezept ist so einfach wie logisch: Durch das Kochen direkt vor dem Gast werden Nase, Augen und Ohren angeregt. Gerade Menschen, die nicht mehr imstande sind, sich zu artikulieren, erhalten durch das Handwerk des Kochens sinnliche Anregungen und Erinnerungen, die das Leben und Dasein erleichtern. So kochte auch Taubert mit seinem Team direkt vor den Teilnehmern des Symposiums und das Hühnergeschnetzelte mit Steinpilzen duftete nicht nur vorzüglich im ganzen Kongresssaal, sondern schmeckte auch hervorragend.

Die über sechzig Teilnehmer der Premierenveranstaltung aus Gemeinschaftsgastronomie, Catering, Industrie und der Zulieferbranche zeigten sich von den dargebotenen Inhalten angetan: Christian Hügelsberger, Küchenleiter im LDZ (Landes-Dienstleistungs-Zentrum) in Linz: „Ich fand die Themen einmal mehr deshalb spannend, weil man sich in der täglichen Praxis permanent frägt, wo steht man, wie ist man aufgestellt. Dieses GV-Symposium zeigte mir sehr gut, wohin die Trends gehen und dass ich mit meinem Team gut mit dabei bin. Insofern stellt diese Veranstaltung für mich eine wertvolle Orientierungshilfe dar.“

Auch Karl-Heinz Penegger, als Vertriebs-Ingenieur für Zentraleuropa von Electrolux ein Experte für das Out of Home-Business will die gewonnenen Inputs sofort in der täglichen Marktbearbeitung verwenden: „Völlig zu Unrecht wird dieses Geschäftssegment immer etwas belächelt. Dass mit diesem Symposium eine Plattform geschaffen wurde, das Image der GV zu verbessern, war höchst an der Zeit und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung dieses professionellen Weges.“

Martin Schmid vom Kuratorium der Wiener Pensionisten-Wohnhäuser: „Die Gemeinschaftsgastronomie braucht ihre Leistungen nicht unter den Scheffel zu stellen. Begriffe wie Frischküche, Regionalität, Verwendung saisonaler Produkte und Qualitätsdenken werden bei uns schon längst gelebt. Endlich kommt das nun auch in Form einer eigenen Branchenveranstaltung zum Ausdruck.“

Mit großer Spannung wurde das 1. Österreichische Symposium für Gemeinschaftsgastronomie von der Branche erwartet. Nach dieser erfolgreichen Premiere im Rahmen der Reed-Fachmesse „HOTEL & GAST“ lässt sich sagen: Die Erwartungen wurden professionell erfüllt. Was HGV PRAXIS-Chefredakteur Harald Lanzerstorfer zu dem Resümee veranlasste: „Der Auftakt ist gelungen und unsere Pipeline ist mit spannenden Ideen gefüllt. Für das zweite Symposium erwarte ich mir noch größere Resonanz, denn die Welle der Erneuerung in der Gemeinschaftsgastronomie und den damit verbundenen Herausforderungen lässt sich nicht aufhalten.“